25 Jahre Africa Alive

UNE SAISON EN FRANCE – Eine Saison in FrankreichSUPA MODOLA JUVENTUS DE TIMGAD TimgadOUAGA GIRLSMIRACULOUS WEAPONFAD, JAL

Aktuelles afrikanisches Filmschaffen, spannende Themenreihen und Werkschauen bedeutender Filmschaffender – das bietet seit 25 Jahren Africa Alive. 1994 gegründet, gibt das Festival afrikanischen Künstler*innen aus Film, aber auch Literatur, Bildende Kunst und Musik in Frankfurt ein breites Forum. Viele von ihnen hat das Festival von Beginn ihrer Karriere über die Jahre hinweg begleitet. So hat es bedeutend dazu beigetragen, das Bild Afrikas wahrheitsgetreuer und facettenreicher zu zeigen. Die Podiumsdiskussionen zu den jeweiligen Themenschwerpunkten greifen wichtige Diskurse zu aktuellen politischen und sozialen Themen auf. Auch in diesem Jahr bietet das Festival ein vielfältiges Programm.

RETROSPEKTIVE JEAN-PIERRE BEKOLO

Die Retrospektive  ist dem bekannten kamerunischen Filmemacher Jean-Pierre Bekolo gewidmet. Die Werke des Regisseurs widersetzen sich hartnäckig den westlichen Erwartungen an afrikanisches Kino, indem sie Genres mixen und Pop mit Politik verknüpfen. Die französische Presse betitelte Bekolo, der seit Jahren auf internationalen Festivals Preise einsammelt, als „Afro-Futurist“, der Afrika neu erfinden wolle. Neben Klassikern wie QUARTIER MOZART (CM/FR 1992), LE COMPLOT D’ARISTOTE (1996)  oder LES SAIGNANTES (CM 2005) stehen neue Filme wie NAKED REALITY (2017) und auch neue Formate wie die Fernsehserie OUR WISHES (CM 2016) auf dem Programm. Darüber hinaus beschäftigt Bekolo sich immer wieder auch mit philosophischen Diskursen so in seinem aktuellen Filmen AFRIQUE LA PENSEE EN MOUVEMENT (2017), der das Kolloquium „Ateliers de la Pensée“ in Dakar dokumentiert oder MIRACULOUS WEAPON (2017) der sich mit Aimé Césaire auseinandersetzt und für den Wettbewerb des diesjährigen FESPACO-Festivals in Ouagadougou (Burkina Faso) ausgewählt wurde.

AKTUELLE PRODUKTIONEN

Wie immer werden auch neue Produktionen aus Afrika präsentiert, zum einen Filme von „alten Bekannten“ wie Mahamat-Saleh Haroun, dessen neuester Film UNE SAISON EN FRANCE einen ganz besonderen Blick auf das Thema Migration wirft. Aber auch die Werke ganz junger Filmemacher*innen sind zu sehen, wie MAKI’LA (2018) der kongolesischen Regisseurin Machérie Ekwa Bahango und OUAGA GIRLS von Theresa Traore Dahlberg  (BF 2017) , ein Dokumentarfilm über junge Frauen die in Ouagadougou zu Automechanikerinnen ausgebildet werden.

KLASSIKER

Das Festivaljubiläum bietet Anlass, einen Blick zurück zu werfen. War es in früheren Jahren oft schwierig, gute Kopien afrikanischer Filmklassiker zu zeigen, haben sich zuletzt mehrere Projekte der Digitalisierung afrikanischer Filmklassiker gewidmet. Zu den faszinierenden Ergebnissen zählt HYÈNES (SN/CH/FR 1992) von Diop Dribil Mambety. Zu Gast ist der nigerianische Regisseur und Filmkritiker Didi Cheeka, der sich seit Jahren für die Aufarbeitung, Restaurierung und Digitalisierung des nigerianischen Filmerbes einsetzt.

Mit SAMBA TRAORÉ (BF/FR/CH 1992) und weiteren Filmen gedenken wir des bekannten Filmemachers Idrissa Ouédraogo, der im Februar 2018 verstorben ist.

GÄSTE

Als weiteren Gast im Deutschen Filmmuseum &Filminstitut begrüßt Africa Alive Jacques Sarasin mit seinem Film LE MASQUE DE SAN (CH/F/ML 2014), der das aktuelle Thema der Rückgabe afrikanischer Kunst aufgreift. Ebenfalls zum Filmgespräch eingeladen ist Melanie Gärtner mit YVES‘ VERSPRECHEN (DE 2018) über Migration und die Erwartungen die von afrikanischer Seite daran geknüpft sind.

In Zusammenarbeit mit der „ASW-Regionalgruppe Frankfurt und „fern: welt:nah“ in Anwesenheit des Regisseurs Christian Gropper wird im Filmforum Höchst der Dokumentarfilm DIE LETZTE KOLONIE – DAS VERGESSENE VOLK DER WESTSAHARA über die Situation der Sahrauis in den Flüchtlingslagern und im von Marokko besetzten Teil der Westsahara gezeigt.

RAHMENPROGRAMM

Zum Eröffnungskonzert des Festivals in derBrotfabrik am 31.1. erleben wir Abou Diarra, Sänge rund N ́Goni-Virtuosen (Mandingo-Harfe) mit seiner Band aus Mali.

Am 1.2.2019 um 19:30 Uhr findet im Weltkulturen Museum eine Lesung mit dem bekannten marokkanischen Dichter Abdellatif Laâbi und seiner Frau, der Schriftstellerin Jocelyne Laâbi statt.

Die Podiumsdiskussion im Haus am Dom am 3.2.2019 widmet sich in einem ganztägigen Programm von 11:00 – 17:00 Uhr dem Thema „Menschenrechte für alle, ohne Grenzen!“ mit vielen Gästen, die sich seit Jahren konsequent für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzen.

Am 10.2. um 15:00 Uhr findet das beliebte Kinderfest mit der Clown-Theater-Gruppe Adesa aus Ghana bei Afroton statt und präsentiert ein musikalisches Potpourri der letzten 31 Jahre.

Zum Abschlusskonzert am 16.2. in der Brotfabrik hat Afroton den Sänger und Saxophonisten Gyedu-Blay Ambolley & seine Sekondi Band aus Ghana eingeladen mit einem Mix aus Highlife-Afrobeat-Soul-Funk und Jazz

Konzerte

Donnerstag, 31. Januar 2019, 20 Uhr – Brotfabrik
Eröffnungskonzert

ABOU DIARRA und BAND

ABOU DIARRA und BAND

Zum Eröffnungskonzert ist Abou Diarra mit seiner Band aus Mali eingeladen. Geprägt von der Ahnenkultur der Mandingo-Jäger, ausgebildet vom blinden Meister Vieux Kanté, hat sich Diarra für seine Virtuosität auf der westafrikanischen Langhals-Spießlaute den Ruf eines „Jimi Hendrix auf der N‘Goni“ erworben. Mal klingt sie wie eine Gitarre, mal wie ein Bass oder eine Harfe. Seit gut zehn Jahren präsentiert der Charismatiker eine kreative Mischung aus westafrikanischen Traditionen mit Jazz, Blues, Afro-Funk und Reggae und bewegt sich damit bewusst wie leidenschaftlich in einem „gemischten Universum“. „Die positive Grundstimmung ist (…) ebenso ansteckend wie die (poly)rhythmische Arbeit der Beteiligten und schon allein deshalb definitiv ein Reinhören wert“, hieß es auf www.musikreviews.de zum 2017 veröffentlichten Album „Koya“, das Abou nach seiner Mutter benannt hat.

Samstag, 16. Februar 2019, 20 Uhr – Brotfabrik
Abschlusskonzert

GYEDU-BLAY AMBOLLEY & his Sekondi Band / Ghana

GYEDU-BLAY AMBOLLEY & his Sekondi Band / Ghana

Das Abschlusskonzert  führt in den Süden an die Westküste von Ghana. Aus Sekondi stammt der Sänger, Songschreiber, Multiinstrumentalist und Produzent Gyedu-Blay Ambolley, der seine Karriere schon in den frühen Siebzigerjahren begann. Ausgehend vom Highlife, dessen Wurzeln bis zurück in die 1920er Jahren reichen, entwickelte Ambolley einen Soul- und Funk-inspirierten Sound, den er „Simigwado“ nannte und mit dem er die Tanzwütigen in Ghana auf die Dancefloors trieb. Wegen seiner Nähe zum klassischen Soul bekam er auch einen Spitznamen ab, wurde prompt zum James Brown Ghanas gekürt. Die Redekunst der Hofredner Ghanas nahm er zum Vorbild für eine eigene Rap-Kunst voller geistreicher und treffsicherer Formulierungen. Natürlich bringt Sänger und Saxophonist Gyesdu-Blay Ambolley den Highlife-Afro-Soul-Funk-Jazz-Afrobeat-Mix mit seiner achtköpfigen Sekondi Band mit Isaac Krobreni Karikari (Keyboards) Charles Oduro Donkor (Bass), Dominic Quarchie (Gitarre), Peter Mensah Kadesh (Schlagzeug), Justice Nii Adjiri Williams (Congas/Percussion), Fru Assah Atanga (Saxophon) und Isaac Kwaku Ansong (Trompete) auf die Bühne.