25 Jahre Africa Alive

UNE SAISON EN FRANCE – Eine Saison in FrankreichSUPA MODOLA JUVENTUS DE TIMGAD TimgadOUAGA GIRLSMIRACULOUS WEAPONFAD, JAL

Aktuelles afrikanisches Filmschaffen, spannende Themenreihen und Werkschauen bedeutender Filmschaffender – das bietet seit 25 Jahren Africa Alive. 1994 gegründet, gibt das Festival afrikanischen Künstler/innen aus Film, aber auch Literatur und Musik in Frankfurt ein breites Forum.

Das junge afrikanische Kino spiegelt seit einigen Jahren einen grundlegenden Wandel wider. Trotz gesellschaftlicher und politischer Widerstände und der anhaltenden Dominanz westlicher Interessen wird der Drang, das eigene Leben zu bestimmen, für junge Menschen in vielen Ländern Afrikas immer größer. Das zeigen Filme wie MAKI’LA (2018), SUPA MODO (2018) oder der Dokumentarfilm OUAGA GIRLS (2017), die junge Frauen dabei begleiten, wie sie ihren eigenen Weg suchen und finden.

Das Festivaljubiläum bietet auch Anlass, einen Blick zurück zu werfen. War es in früheren Jahren oft schwierig, qualitativ hochwertige Kopien afrikanischer Filmklassiker zu zeigen, haben sich zuletzt mehrere Projekte der Digitalisierung afrikanischer Filmklassiker gewidmet. Zu den faszinierenden Ergebnissen zählt HYÈNES (SN/CH/FR 1992) von Diop Dribil Mambety. Mit SAMBA TRAORÉ (BF/FR/CH 1992) gedenken wir des bekannten Filmemachers Idrissa Ouedraogo, der im Februar 2018 verstorben ist.

Die Werkschau ist dem bekannten kamerunischen Filmemacher Jean-Pierre Bekolo gewidmet. Die Werke des Regisseurs widersetzen sich hartnäckig den westlichen Erwartungen an afrikanisches Kino, indem sie Genres mixen und Pop mit Politik verknüpfen. Die französische Presse betitelte Bekolo, der seit Jahren auf internationalen Festivals Preise einsammelt, als „Afro-Futurist“, der Afrika neu erfinden wolle. Neben Klassikern wie QUARTIER MOZART (CM/FR 1992) oder LES SAIGNANTES (CM 2005) stehen neue Filme wie AFRIQUE, LA PENSÉE EN MOUVEMENT Part I (2018) auf dem Programm und auch neue Formate wie die Fernsehserie OUR WISHES (CM 2016).

Das vollständige Programm erscheint im Januar.

Konzerte

Donnerstag, 31. Januar 2019, 20 Uhr – Brotfabrik
Eröffnungskonzert

ABOU DIARRA und BAND

ABOU DIARRA und BAND

Zum Eröffnungskonzert ist Abou Diarra mit seiner Band aus Mali eingeladen. Geprägt von der Ahnenkultur der Mandingo-Jäger, ausgebildet vom blinden Meister Vieux Kanté, hat sich Diarra für seine Virtuosität auf der westafrikanischen Langhals-Spießlaute den Ruf eines „Jimi Hendrix auf der N‘Goni“ erworben. Mal klingt sie wie eine Gitarre, mal wie ein Bass oder eine Harfe. Seit gut zehn Jahren präsentiert der Charismatiker eine kreative Mischung aus westafrikanischen Traditionen mit Jazz, Blues, Afro-Funk und Reggae und bewegt sich damit bewusst wie leidenschaftlich in einem „gemischten Universum“. „Die positive Grundstimmung ist (…) ebenso ansteckend wie die (poly)rhythmische Arbeit der Beteiligten und schon allein deshalb definitiv ein Reinhören wert“, hieß es auf www.musikreviews.de zum 2017 veröffentlichten Album „Koya“, das Abou nach seiner Mutter benannt hat.

Samstag, 16. Februar 2019, 20 Uhr – Brotfabrik
Abschlusskonzert

GYEDU-BLAY AMBOLLEY & his Sekondi Band / Ghana

GYEDU-BLAY AMBOLLEY & his Sekondi Band / Ghana

Das Abschlusskonzert  führt in den Süden an die Westküste von Ghana. Aus Sekondi stammt der Sänger, Songschreiber, Multiinstrumentalist und Produzent Gyedu-Blay Ambolley, der seine Karriere schon in den frühen Siebzigerjahren begann. Ausgehend vom Highlife, dessen Wurzeln bis zurück in die 1920er Jahren reichen, entwickelte Ambolley einen Soul- und Funk-inspirierten Sound, den er „Simigwado“ nannte und mit dem er die Tanzwütigen in Ghana auf die Dancefloors trieb. Wegen seiner Nähe zum klassischen Soul bekam er auch einen Spitznamen ab, wurde prompt zum James Brown Ghanas gekürt. Die Redekunst der Hofredner Ghanas nahm er zum Vorbild für eine eigene Rap-Kunst voller geistreicher und treffsicherer Formulierungen. Natürlich bringt Sänger und Saxophonist Gyesdu-Blay Ambolley den Highlife-Afro-Soul-Funk-Jazz-Afrobeat-Mix mit seiner achtköpfigen Sekondi Band mit Isaac Krobreni Karikari (Keyboards) Charles Oduro Donkor (Bass), Dominic Quarchie (Gitarre), Peter Mensah Kadesh (Schlagzeug), Justice Nii Adjiri Williams (Congas/Percussion), Fru Assah Atanga (Saxophon) und Isaac Kwaku Ansong (Trompete) auf die Bühne.