Africa Alive 2016 // 3. bis 19. Februar


Liebe Festivalfreunde!

In seiner 22. Ausgabe präsentiert das Festival Africa Alive den afrikanischen Kontinent mit einem breiten Spektrum von Dokumentar- und Spielfilmen. Neben aktuellen Filmen und Preisträgern des FESCAPO Filmfestival, gibt es ein Rahmenprogramm bestehend aus Konzerten, Lesung, Podiumsdiskussion und Kinderprogramm.

Der thematische Schwerpunkt ist in diesem Jahr unter dem Titel GENERATION CHANGE dem Generations- und Politikwechsel in Afrika gewidmet.

In vielen Ländern erhob sich in den letzten Jahren Protest gegen die überkommenen Regime, die gegen den Willen der Bevölkerung an ihrer Macht festhalten, die ihnen verfassungsmäßig gar nicht mehr zusteht. Burundi, die Demokratische Republik Kongo (Kinshasa) und Kamerun sind nur einige Beispiele dafür. Vor allem die junge Bevölkerung will das nicht mehr dulden. So erlebte der Senegal im Jahre 2012 massenhafte Jugendproteste, die den seit 12 Jahren amtierenden Präsidenten Abdoulaye Wadé verjagten, der eine weitere Amtszeit anstrebte. Ende 2014 kam es zu einem Machtwechsel in Burkina Faso. Auch hier ging die Initiative vom Volk aus.

In beiden Ländern war es die Zivilgesellschaft, die neue Formen der Protestbewegungen begründete. Kennzeichnend für die Bürgerbewegungen in beiden Ländern, den „Balai citoyen“ in Burkina Faso und „Y‘ en a marre” im Senegal war unter anderem die Rolle der Musik, insbesondere des Rap und des Hip Hop. Hierzu laufen die Filme EINE AFRIKANISCHE REVOLUTION (2014) und BOY SALOUM (2013) sowie das Kurzfilmprogramm mit AFRICAN HIP HOP.

In diesem Zusammenhang blicken wir auch in die Vergangenheit auf fortschrittliche Entwicklungen , u. a. mit den Filmen CAPITAINE THOMAS SANKARA (2014) von Christophe Cupelin und LA SIRÈNE DE FASO FANI (2015) von Michel K. Zongo über den Versuch, eine unabhängige Textilindustrie in Burkina Faso Anfang der 1980er Jahre aufzubauen.

Musik als Protest bestimmt auch die Filme THE BEATS OF THE ANTONOV (2014), FINDING FELA! (2014) und A PEINE J´ OUVRE LES YEUX (2015) von Leila Bouzid.

Die fast aussichtslose Situation der kongolesischen Jugend, die nicht aus den privilegierten Kreisen kommt, thematisiert der kongolesische Film EXAMEN D´ÉTAT (2014).

Im Zusammenhang mit dem Kampf gegen die Repressionen steht auch die Diskussion um die Homosexualität und deren Verfolgung in einigen Ländern Afrikas, die immer mehr ins Bewusstsein der Weltöffentlichkeit dringt.

Inzwischen entwickelt sich aber ein Selbstbewusstsein der LGBTI Bewegung in Afrika. Immer mehr Künstler, Intellektuelle und Filmschaffende treten für die Rechte der Homosexuellen ein. In seinem Film STORIES OF OUR LIVES (2015) erzählt der Kenianer Jim Chuchu in fünf Episoden von homosexuellen Frauen und Männern in Kenia.

Unser Eröffnungsfilm MÖRYBASSA (2014) erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die sich aus den Zwängen befreit und nach ihrer Tochter in Europa sucht. Der Regisseur des Films Regisseurs Cheik Fantamady Camara wird als Gast erwartet.

Im Rahmen des Festivals stellt das Filmkollektiv Frankfurt seine neue Publikation über den nigerianischen Filmpionier Ola Balogun vor. Dazu läuft der 1981 entstandenen CRY FREEDOM.

Als Special Screening wird Jean–Pierre Bekolos 4 stündiger Dokumentarfilm LES CHOSES ET LES MOTS DE MUDIMBE, über den kongolesischen Literaturwissenschaftler und Philosoph Valentin-Yves Mudimbe gezeigt.

Die Filmmusik stammt übrigens von Blick Bassy, der am 3. Februar das Eröffnungskonzert im Neuen Theater Höchst bestreiten wird.

Zum Abschlusskonzert am 19.2. tritt Sona Jobarteh in der Brotfabrik auf. Die Sängerin und Kora-Virtuosin enstammt einer renommierten westafrikanischen Griot-Dynastie.

Bei der Lesung im Titania am 8.2. trägt der verfolgte politische Aktivist Enoh Meyomesse aus seinen neusten Gedichten vor. Ebenfalls im Titania findet am 9.2. die Podiumsdiskussion zum Schwerpunkt „Generation Change“ statt. Der mit-diskutierende Rapper Hobskur hat dazu einen Rap-Song geschrieben, der an dem Abend aufgeführt wird.

Am 14.2.2016 findet das Kinderfest mit Adesa aus Ghana bei Afroton statt.